Bewusstsein,  Spirit,  Selbsterkenntnis

Das Ungleichgewicht zwischen Yin und Yang

Wenn das Männliche Angst hat, seine wahre Urkraft zu leben und das Weibliche sich vor ihrer Verletzlichkeit und vermeintlichen Schwäche fürchtet, dann ist das Yin & Yang Prinzip im Ungleichgewicht.

Es ist, als hätten wir die Rollen vertauscht. Überall sehe ich starke, selbstbewusste Frauen, die sprichwörtlich die Hosen anhaben und ihren „Mann“ stehen aber dennoch tief in ihrem Inneren auch überfordert und ängstlich sind. Vor allem sieht man das häufig bei alleinerziehenden Müttern. Und dann sehe ich Männer, die Angst vor ihrer männlichen Urkraft und ihrer Verantwortung haben und stattdessen ein ganz sanftes, fast weibliches Gemüt ausleben.

Ich selbst bin eine Frau, die wohl durch ihr prägendes Leben zu viele männliche Anteile in sich trägt. Dies wurde sicherlich allein schon dadurch forciert, dass ich mit einem Alleinerziehenden Vater groß geworden bin und eine weibliche Bezugsperson nicht Teil meiner Kindheit war. Und ich bin, wie heutzutage leider viel zu viele, eine alleinerziehende Mutter, gehe arbeiten, bringe mir meine Gardinenstangen alleine an und packte an, wann immer es nötig ist. Würde ich also sagen, dass ich einen Mann „brauche“, um leben zu können? Definitiv nein.

Aber bin ich glücklich mit diesem Zustand? Im Grunde nicht wirklich und ich denke, viele andere Frauen sind es auch nicht, denn wir sehnen uns danach, uns auch einmal an einer starken Schulter anlehnen und einmal dass „männlich aktive Prinzip“ abgeben zu können.

Leider habe ich jedoch in meinem Leben nur wenige Männer kennengelernt, sei es als Partner oder einfach im Bekanntenkreis, die wirklich in der Lage waren, den aktiven männlichen Part in einer Beziehung zu leben und zu tragen. Sie hatten oft mehr ausgeprägte weibliche Aspekte in sich, als ihre naturgegebenen männlichen Aspekte. Versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht, dass die Frau wieder hinterm Herd versauert und der Mann auf den Tisch haut, denn das war in der Vergangenheit ebenfalls ein extremes Ungleichgewicht.

Ich denke, durch die sogenannte Emanzipation, die im Ursprung eigentlich nur wollte, dass Frauen respektiert und anerkannt werden und eben nicht nur „die“ hinterm Herd sind, sind wir in ein anderes Extrem abgedriftet, dass beide Seiten wiederum völlig aus ihrer Bahn geworfen hat.

Beide Seiten, sowohl dass Männliche, als auch das Weibliche wandeln unsicher und abgetrennt von ihrer wahren Natur durch die Welt, indem sie zu viel des Gegenparts leben und sind dadurch nur noch selten in der Lage, dauerhaft ein passendes Gegenstück zu finden.

Wie ich in meinem Leben gelernt habe, liegt die Wahrheit in allem immer in der sogenannten goldenen Mitte von zwei Extremen. Lange Zeit war eine Frau nichts wert und der Mann hatte das Sagen und nun leben wir das andere Extrem, die Frau hat die Hosen an und der Mann soll bitte machen, was wir ihm sagen.

Ich denke wie alles im Leben, hatten auch diese Erfahrungen ihren Sinn. Vielleicht war es notwendig, einmal das andere Prinzip zu leben, um einander zu erkennen und wertzuschätzen.

Aber nun lasst uns doch unsere Ängste ablegen, lasst uns tief in uns hineinspüren um wieder unsere wahre Natur zu erkennen und harmonisch, also ausbalanciert miteinander zu leben. Erlauben wir uns als Frau, auch mal wieder vermeintlich schwach zu sein und den Männern erlauben wir wieder aktiv und stark, gemäß dem männlichen Prinzip zu werden. Das Symbol des Yin und Yang veranschaulicht uns doch so wunderbar, wie die Anteile verteilt sein sollten.

So kommen wir, und damit die ganze Welt, in eine harmonische Mitte, in der wir wieder gemeinsam tanzen und das Leben genießen können.