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Lebe „Jetzt“ als würde es kein Morgen geben

Als ich heute morgen aufstand bemerkte ich, wie schon nach ein paar Minuten mein Verstand wie ein Computer hochfährt und anfängt zu denken. Gedanken, die jeden Tag mehr oder weniger die Gleichen sind, wie z.B. was gibt es heute alles zu erledigen, was kann ich mit meiner Zeit anfangen und habe ich überhaupt genügend Zeit? Was möchte ich erfahren, was er“leben“ …?

Mir fällt auf, dass wir immer getrieben sind, von einem Programm, dass sich tief in unser Unterbewusstsein gebrannt hat. Dieses Programm fordert uns stets zum handeln und erleben auf. Es erwartet von uns, noch dieses oder jenes zu tun oder „noch mehr“ erreichen zu müssen. Dadurch leben wir ständig in der Illusion „nicht genügend zu haben“ und erfahren das Gefühl von Problemen und Mangel. Wir denken, wenn ich nur dieses oder jenes noch erreiche, wenn ich nur genügend Zeit oder Geld hätte, dann könnte ich glücklich sein, dann könnte ich in Frieden mit mir selbst leben, dann würde ich erfahren, wer ich wirklich bin.

Warte nicht, bis du stark bist.
Warte nicht, bis du gesund bist.
Warte nicht, bis du erleuchtet bist.
Lebe und liebe jetzt.

Wenn du darauf wartest,
dass die Dinge so sind,
wie du sie dir vorstellst,
entgeht dir das Leben wie es ist.

Und wenn die Dinge dann so sind,
wie du sie haben möchtest,
dann ist längst die nächste Fantasie am Horizont deines Verstandes aufgetaucht,
die dir wieder den Blick auf das, was ist, verstellen wird.

Manfred Miethe

Als ich diese Zeilen las, stellte ich mir folgende Frage: „Was würde ich tun, wenn ich wüsste, die Welt hätte z. B. nur noch 2 Tage zu leben.“ … Plötzlich wurde mein Verstand ganz ruhig, ich fühlte in mich hinein und spürte, dass es nichts gäbe, was ich noch unbedingt machen wollen würde. Egal was ich tun würde, es würde mich meinem Leben, mir selbst auch nicht näher bringen, als es das bereits in der Dauerschleife des Lebens schon tausende Male tat. Jeder Adrenalinkick, jede Träne die ich weinte, jede Umarmung die ich fühlte, jedes Ziel das ich erreichte, brachte mich zu genau dem, der ich schon immer war. Alles was ich jetzt noch tun würde, wäre eine Wiederholung von Abläufen und Erlebnissen, nur gekleidet in einem etwas anderen Gewand.

Ich würde also nichts mehr tun wollen, sondern einfach anfangen im Jetzt und Hier zu sein. Vielleicht würde ich einfach lange ausschlafen, ein paar Spiele mehr zur Freude meiner Tochter spielen, einen Spaziergang mit Freunden machen oder in Stille meditieren. Es gäbe nichts mehr zu tun, außer einfach zu Sein und vielleicht das erste Mal im Leben wirklich und wahrhaft einfach zu leben.

Indem aber ständig dieses Programm in uns abläuft, wir über unseren scheinbaren Mangel und unsere scheinbaren Probleme nachdenken, bzw. indem wir Dinge, die eben einfach sind wie sie sind, zu Problemen ernennen und unser Leben davon abhängig machen, versperren wir uns selbst den Weg um JETZT zu SEIN.

Ich denke dieses Programm nennt sich „haben wollen“. Nehmen wir z. B. das liebe Geld. Ich brauche im Grunde kein Geld der Welt um Leben zu können, um mich wahrhaft zu erfahren. Alles was ich „wirklich brauche“ ist auch ohne Geld vorhanden. Will ich aber aufgrund von geistigen Konditionierungen oder äußerlichen Vorgaben einen gewissen Luxus haben, könnte es schwierig werden, wenn dafür nicht genügend Geld vorhanden ist. Es liegt also im Grunde daran, was ich für mich wähle, was ich haben will und nicht daran, was ich brauche, denn aller Luxus dieser Welt, würde mich am Ende mir selbst und meinem Glück auch nicht näher bringen, als ich das genau in diesem Moment auch schon ohne bin oder sein könnte. Erst in solch einem Moment ensteht also der Mangel, die Unzufriedenheit, das Hamsterrad des Lebens beginnt sich zu drehen und wir verpassen das JETZT.

Vielleicht sollten wir also aufhören, ständig noch etwas mehr zu wollen und uns Ziele für die Zukunft zu stecken. Vielleicht sollten wir einfach anfangen JETZT und in diesem Moment zu leben mit dem was jetzt vorhanden ist, denn es ist ausreichend um uns JETZT in Gänze und in Glück zu erfahren und wer weiß, ob es ein Morgen noch gibt …