Selbstverantwortung,  Bewusstsein,  Liebe,  Selbsterkenntnis

Selbstannahme u. Liebe

Die Grundvoraussetzung um wirklich und wahrhaft glücklich werden zu können, ist die bedingungslose und liebevolle Annahme von sich selbst. Egal, ob man nun groß oder klein ist, dick oder dünn, ob man nun ein Ass in der Schule war oder einen tollen Job hat, man muss lernen sich anzunehmen und vorallem sich so zu lieben, wie man eben ist.

Sei eine erstklassige Ausgabe deiner selbst, keine zweitklassige von jemand anderem

Judy Garland

Viele schauen mich bei dieser Aussage ein wenig entgeistert oder verwundert an, doch genau so ist es! Ich bin, wer ich bin, und um so eher ich mich schätzen und lieben lerne, so wie ich bin und aufhöre, mich ständig im Außen mit anderen zu vergleichen und zu messen, oder mich zu ändern, damit ich in irgendeine Schublade passe oder dem Wunsch eines anderen entspreche, um so eher kann ich in Frieden und Harmonie mit mir selbst und letztlich auch mit dem Rest der Welt leben, denn dadurch lerne ich ebenfalls, andere so anzunehmen, wie sie eben sind.

Ich selbst bin in Sachen Selbstliebe vor längerer Zeit, ich war Ende 20, durch eine harte Schule gegangen. Ich hatte einen Freund, der es im Laufe der Zeit, durch versteckte Manipulationen, schaffte, mich seinen Wünschen entsprechend umzukrämpeln. Er moserte ständig an mir herum, denn er war ein absoluter Pedant, vorallem was den äußeren Schein anbelangte. Vorallem aber war ihm meine Figur nicht schön/schlank genug und selbst, als ich bei einer Körpergröße von 1,63 m nur noch 52 Kg wog, war er der Meinung, ich sei noch zu dick. So kam es dann, mein Selbstwert war nach fast 4 Jahren Beziehung inzwischen fast gen „0“ gerutscht, von der ich aber eben eh nie viel hatte, dass ich mich ihm zuliebe unters Messer begab um endlich seiner Wunschvorstellung gerecht zu werden. Diese Operation ging aber – heutzutage muss ich sagen „glücklicherweise“ – nach hinten los, denn es war eine absolut stümperhafte Arbeit und während ich in Narkose war, wurde ich auch noch für die Zwecke des Arztes missbraucht. So kam es, dass ich an meinem tiefsten Punkt des nicht vorhandenen Selbstwertes ankam und gleichzeitig war es der Beginn meines neuen Lebens und der Beginn meiner wachsenden Selbstliebe.

Ganz wichtig ist mir hierbei, zu sagen, dass mein Freund nicht schuld an meinen Erfahrungen war, sondern ich ganz allein. Hätte ich damals schon über genügend Selbstwert und damit ausreichend Selbstliebe verfügt, hätte er mich in keinster Weise manipulieren und verändern können, hätte er es nicht geschafft, mich zu dieser Operation zu drängen und dann wäre mir auch die furchtbare Erfahrung mit dem Arzt erspart geblieben. Heute weiß ich, dass das Leben/die Seele einen solange schupst und irgendwie quält, bis man endlich anfängt, für sich selbst einzustehen.

Ich weiß, dass es für viele befremdlich klingt, die Schuld für all das auf mich zu nehmen, aber letztendlich sind wir im Normalfall immer selbst verantwortlich für das, was wir einem anderen Menschen „erlauben“, mit uns zu tun. Natürlich gibt es hierbei ohne Frage auch Ausnahmen, in denen wir keine Chance haben uns zu wehren, wie z. B. als Kind, aber von solchen Erfahrungen spreche ich hier nicht.

Warum war ich also selbst schuld daran?

Weil ich mich nicht zur wehr gesetzt habe, weil ich nicht aufgestanden und für mich selbst eingetreten bin. Weil der Wunsch nach Liebe und Anerkennung so groß war, dass ich bereit war, vieles hinzunehmen und fast alles von mir selbst aufzugeben. Ursache hierfür waren mehrere Erlebnisse aus meiner Kindheit und Jugend, in denen ich sehr schlecht behandelt, missbraucht und gedehmütigt wurde. Diese Erfahrungen trugen alle dazu bei, mir das Gefühl zu geben, nichts wert zu sein und dankbar sein zu müssen, wenn wenigstens eine Person, in diesem Fall halt mein Freund, sich meiner annimmt und mir, wenn er es denn für angebracht hielt, sogar ein wenig – wie ich damals glaubte – Liebe zu geben. Heute weiß ich natürlich, dass das keine Liebe war, aber jedes bisschen Aufmerksamkeit war für mich damals ein Segen, es war, als könne ich wenigstens mal für ein paar Momente entspannen und atmen.

Der Weg in die Selbstliebe

Nachdem ich nun, nach dieser Operation, am gefühlten Tiefpunkt meines Lebens angekommen war, erwachte in mir eine Kraft, eine Art Überlebenswille, wie ich es schon lange nicht mehr gefühlt hatte. Ich wusste, wenn ich jetzt nicht aufstehe und für mich kämpfe, wird mein weiteres Leben eine einzige Hölle sein. Ich schaffte es nicht gleich, mich aus dieser Beziehung zu lösen, aber ich ging zu einer Thearapie mit dem klaren Willen und Ziel, mich aus dieser Beziehung zu befreien und mich endlich selbst zu finden.

Kurze Zeit später trennte ich mich von diesem Mann und begann ein neues Leben erst einmal „nur für mich“. Ich begab mich auf eine wundervolle Reise und zwar zu mir selbst und lernte mich mehr und mehr zu lieben. Ich erkannte, dass ich ein starker und wertvoller Mensch bin, dass ich es wie jeder andere auch, verdient hatte, respektiert und geliebt zu werden und niemand auf dieser Welt das Recht hat, mich schlecht zu behandeln.